Hemmoor macht sich stark für Kinderrechte

Die Stadt Hemmoor ist die 29. Kommune, die sich in Deutschland auf den Weg macht, das Zertifikat Kinderfreundliche Kommune zu erlangen. Im Oktober letzten Jahres hat die Stadt Hemmoor, nach einem entsprechenden Ratsbeschluss, eine Vereinbarung mit dem Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. in Berlin geschlossen. Mit einem Auftaktworkshop im Dezember 2019 begann der Einstieg in das umfangreiche Thema. Anschließend wurde eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation durchgeführt, in deren Zuge über 300 Fragen zur Situation von Kindern und Jugendlichen in der Stadt Hemmoor beantwortet wurden und über 80 Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren in einem umfangreichen Fragebogen Stellung zu ihrer Situation in der Stadt Hemmoor nahmen.
Kürzlich wurde in einem “Vor-Ort-Gespräch“, zu dem die Geschäftsführung des Vereins aus Berlin und Fachberatungen aus Hamburg und Bremen anreisten, die Ergebnisse der Befragungen einer ersten Auswertung unterzogen. Bürgermeister Weritz und Stadtdirektor Brauer nutzten die Gelegenheit allen Beteiligten für die bisherige Unterstützung und gute Zusammenarbeit zu danken. „Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Stadt“ betonte Lasse Weritz, „insoweit sollen ihre Interessen und Bedürfnisse zukünftig noch stärker in den Blick genommen werden.“ Mit Vertretern der Jugendlichen, Partnern aus sozialen Einrichtungen, Ratsmitgliedern und Verwaltungsmitarbeiter/innen wurden die Themenkomplexe Vorrang des Kindeswohls, kinderfreundliche Rahmenbedingungen, Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie Recht auf Information und Monitoring vertieft. In dem regen Austausch zwischen Fachleuten und Akteuren vor Ort entstand ein facettenreiches Bild der Situation von Kindern und Jugendlichen in der Stadt Hemmoor. Besonders aus den Erfahrungen, die der Verein in seiner mehrjährigen Arbeit mit anderen Kommunen gewonnen hat, kann die Stadt Hemmoor in den weiteren Verfahrensschritten profitieren. Welche konkreten Maßnahmen in den jetzt aufzustellenden Aktionsplan einfließen werden, wird in den kommenden Wochen erarbeitet. Dabei werden natürlich Kinder und Jugendliche zu Wort kommen und ihre Vorstellungen, welche Themen wichtig und weniger wichtig sind, einbringen. Der Aktionsplan stellt eine Richtschnur für die kommenden drei Jahre dar. Er beinhaltet etwa 10-15 Maßnahmen, die in diesem Zeitraum umgesetzt werden. Er legt Zuständigkeiten fest und enthält Aussagen zur Bereitstellung der dafür notwendigen Gelder, des erforderlichen Personals und der benötigten Sachmittel. Der Aktionsplan ist damit das Herzstück auf dem Weg zu einer Zertifizierung als kinderfreundliche Kommune.
Können die nächsten Arbeitsschritte wie vorgesehen durchgeführt werden, soll der Aktionsplan im dritten Quartal erstellt sein. Ein von allen Beteiligten befürworteter Aktionsplan ist die Grundlage zur Verleihung des Siegels kinderfreundliche Kommune. Insofern hofft man in Hemmoor auf einen erneuten Besuch aus Berlin noch in diesem Jahr.

Hemmoor auf dem Weg zur „Kinderfreundliche Kommune“

Die Stadt Hemmoor verpflichtet sich die Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Bürgermeister Lasse Weritz und der Stadtdirektor Dirk Brauer haben dazu gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V., Dominik Bär, heute eine Vereinbarung zur verbindlichen Zusammenarbeit unterzeichnet. Im nächsten Schritt wird die Stadt einen Aktionsplan erstellen, um junge Menschen in Hemmoor besser zu schützen, zu fördern und zu beteiligen.

Für den Aktionsplan, der innerhalb eines Jahres unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ent-wickelt wird, vergibt der Verein das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Das Siegel erkennt den Willen der Kommune zur Umsetzung der UN-Kinderrechte an. Es ist zudem Ausdruck einer Selbstverpflichtung der Gemeinde und Ansporn, die festgesteckten Ziele innerhalb von drei Jahren umzusetzen. Der von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragene Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. begleitet den gesamten Prozess.
Hemmoor liegt im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen. Die Stadt ist nach Wolfsburg, Algermissen, der Wedemark und Bad Pyrmont die fünfte Kommune aus diesem Bundesland, die sich dem Programm anschließt.
Bürgermeister Lasse Weritz betonte: „In der Stadt Hemmoor sind bereits viele Akteure für Kinder und Jugendliche tätig. Im Rahmen der Teilnahme am Programm ‚Kinderfreundliche Kommunen‘ möchte die Stadt insbesondere den Kindern und Jugendlichen selbst eine bessere Mitsprache und Beteiligung bei wichtigen Entscheidungen ermöglichen. So sollen Kinderinteressen verbindlich auch bei Verwaltungsabläufen berücksichtigt werden und die wichtigen Akteure in Politik und Verwaltung für die UN-Kinderrechtskonvention sensibilisiert werden. In diesem Prozess wollen wir daran arbeiten, dass ver-bindliche Strukturen für eine kinderfreundliche Stadtentwicklung geschaffen werden.“
Dominik Bär sagte: „Wir freuen uns, die Stadt Hemmoor in unserem Vorhaben begrüßen zu können. Ein wichtiger Baustein unseres Programms ist die Partizipation von Kinder und Jugendlichen in ihrer Kommune. Dafür hat Hemmoor schon einen wichtigen Schritt geleistet, indem eine Ratsbeauftragte für Kinder- und Jugendbeteiligung eingesetzt wurde. Mit unserer Bestandsaufnahme werden wir ermit-teln, wo noch weiter an der Umsetzung der Kinderrechte gearbeitet werden kann. Die eigene Ein-schätzung der Kinder und Jugendlichen von Hemmoor wird dabei eine zentrale Rolle spielen.“
Das Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr wird durch eine Bestandsaufnahme und durch Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen der Aktionsplan vorbereitet. Nach der Bestätigung des Aktionsplans durch den Stadtrat prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen den Aktionsplan und vergibt das Siegel für die folgenden drei Jahre.
Das Vorhaben wurde 2012 in Deutschland ins Leben gerufen und basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative (CFCI). Diese setzt sich seit 1996 international dafür ein, die Kinderrechte auf kommunaler Ebene zu verwirklichen. In Deutschland haben sich bereits zahl-reiche Kommunen der Initiative angeschlossen – darunter Köln, Potsdam, Hanau, Regensburg und Stuttgart.
Das Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

www.kinderfreundliche-kommunen.de
www.childfriendlycities.org

Ansprechpartner_innen:
Kinderfreundliche Kommunen e.V., Geschäftsführer Dominik Bär, Telefon 030 / 202 192 -09 und -13, E-Mail
Stadt Hemmoor, Severin Pramor, Jugend und Soziales, Telefon 04771 / 602 - 115, E-Mail
UNICEF Deutschland, Christine Kahmann, Telefon 030 / 2758079-19, E-Mail
Deutsches Kinderhilfswerk, Uwe Kamp, Pressesprecher, Telefon 030 / 308693-11, E-Mail

 

Kontakt
Stadt Hemmoor

Frau Pramor
Rathausplatz 5
21745 Hemmoor
Telefon: 04771 - 602 115
Fax: 04771 - 602 144